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Blick auf die ehemalige 'Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie'.

Projekttage in der "Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie"

Wir bieten Ihnen mit verschiedenen Modulen für Projekttage die einzigartige Möglichkeit, die Geschichte der Stasi am authentischen Ort kennenzulernen: auf dem ehemaligen Gelände des Ministeriums für Staatssicherheit. Sein Zentrum ist "Haus 1" mit dem Stasi-Museum. Hier hatte bis zum November 1989 der Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, seinen Sitz.

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Die Projekttage des Stasi-Unterlagen-Archivs vermitteln in erster Linie Grundkenntnisse zum Verständnis des Ministeriums für Staatsicherheit, zu den Menschen, die ihm dienten, und zu den Folgen für die Betroffenen. Im Mittelpunkt stehen dabei die inhaltliche und methodische Beschäftigung mit den Stasi-Unterlagen und die Erkundung des historischen Orts.

Projekttage umfassen in der Regel drei bis fünf Zeitstunden (meist 9.00-13.00 Uhr). Auch zweistündige oder ganztägige Projekte werden auf Anfrage angeboten. Die Teilnehmerzahl hängt von den Modulen ab. Das Angebot ist kostenlos.

Das Bildungsteam berät Lehrkräfte, stellt gemeinsam mit ihnen bedarfsgerechte Projekttage zusammen und organisiert diese vor Ort. Ein gelungener Projekttag verbindet:

  • ein Einstiegsmodul,
  • ein oder mehrere Vertiefungsmodule im Archiv, im Museum oder auf dem Gelände
  • und ein Auswertungsmodul

Ort und Räumlichkeiten

Gruppe vor dem Infopunkt im ehemaligen Offizierscasino

Die Projekttage des Stasi-Unterlagen-Archivs finden in der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR statt. Auf dem für die DDR-Bevölkerung unzugänglichen Gelände arbeiteten zuletzt 7.000 hauptamtliche Mitarbeiter in 52 Dienstgebäuden.

Die Arbeitsräume des Bildungsteams liegen zwei Stockwerke oberhalb vom ehemaligen Ministerbüro im sogenannten "Haus 1". Die Projektwerkstatt für Schulklassen ist unter anderem mit einem interaktiven Smart Board ausgestattet.

Von hier aus lassen sich schnell die Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur", das Archiv in "Haus 7" mit der neuen Ausstellung "Einblick ins Geheime" oder das Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale entdecken.

Tipps zur Vor- und Nachbereitung

Schülerinnen und Schüler, die vorbereitet sind, können ihre eigenen Fragestellungen und Interessen aktiv in den Ablauf des Projekttags einbringen. Das Stasi-Unterlagen-Archiv bietet kostenfreie Materialien an, mit denen Lehrkräfte ihren Kurs oder ihre Klasse auf den Besuch vorbereiten können.

  • So kann der 40-minütige Unterrichtsfilm "Ein Volk unter Verdacht" als Einstieg im Unterricht eingesetzt werden. Schülerinnen und Schüler können dazu den Auftrag erhalten, Fragen zum oder aus dem Film in den Projekttag einzubringen.
  • Eine optimale Vorbereitung ermöglicht auch die Poster-Ausstellung "Stasi. Was war das?". Sie umfasst 13 inhaltlich und didaktisch konsequent reduzierte DIN-A1-Themenposter und greift Alltagsbereiche und historische Ereignisse aus der DDR-Geschichte auf, die in fast allen Lehrplänen relevant sind. Mit dem dazugehörigen Begleitmaterial (als Download) kann das Thema anschaulich an die Schule geholt werden. Dies ist auch als Nachbereitung empfehlenswert.
  • Denkbar ist außerdem, dass Schülerinnen und Schüler mit dem Hintergrundwissen des Projekttags die Poster-Ausstellung selbst an ihrer Schule den Mitschülern präsentieren. Jedes Poster der kostenlosen Ausstellung ist inhaltlich in sich abgeschlossen. So kann beispielsweise der 17. Juni 1953 oder das Thema "Frauen in der DDR" mit dem jeweiligen Themenposter als Einzelthema bearbeitet werden.
  • Die Reihe "Quellen für die Schule" bietet unter didaktischen Gesichtspunkten zusammengestellte, faksimilierte Stasi-Akten für den Unterricht.
  • Ein Foliensatz (als Download) mit umfassenden Hintergrundtexten unterstützt Lehrkräfte, wenn sie ein Lehrgespräch als Vorbereitung des Projekttags planen

Einstieg: Stasi. Was war das eigentlich?

Lehrgespräch über Grundlagen der Stasi

Schwerpunkt des Moduls ist die Vermittlung von Grundlagen oder weiterführenden Kenntnissen zur DDR-Staatssicherheit. Das Gespräch wird jeweils auf die Auswahl der weiteren Module ausgerichtet.

Dauer: ca. 45 Minuten
Voraussetzung: nur in Verbindung mit einem Modul "Schwerpunkt" buchbar
Ort: "Haus 1", Projektwerkstatt
Klassenstufe: ab 9. Klasse

Moderierter Rundgang im Stasimuseum

Im ehemaligen Dienstsitz des Ministers für Staatssicherheit - dem heutigen Stasimuseum - zeigt eine Ausstellung wesentliche Aspekte zu Auftrag und Wirken der Stasi. Ein moderierter Ausstellungsrundgang vermittelt einen Überblick über Apparat, Personal und Methoden der DDR-Geheimpolizei.

Dauer: ca. 45 Minuten
Voraussetzung: nur in Verbindung mit einem Modul "Schwerpunkt" buchbar
Ort: "Haus 1", Projektwerkstatt
Klassenstufe: ab 9. Klasse

Moderierter Rundgang durch die Ausstellung "Einblick ins Geheime"

Rund 111 Kilometer Akten, dazu Film- und Tondokumente und mindestens zwei Millionen Fotos: Die Ausstellung "Einblick ins Geheime" informiert über die Datensammlung der Stasi und die Bedeutung des Aktenzugangs für die Betroffenen heute. Der Ausstellungsbesuch erklärt die Originale und die Herausforderungen bei der Erschließung der Akten.

Dauer: ca. 60 Minuten
Voraussetzung: nur in Verbindung mit einem Modul "Schwerpunkt" buchbar
Ort: "Haus 7", Ausstellung "Einblick ins Geheime"
Klassenstufe: ab 9. Klasse

Schwerpunkte: Arbeiten mit Stasi-Akten und dem Stasi-Gelände

Gruppenarbeit mit Stasi-Akten

Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich eigenständig ausgewählte Stasi-Dokumente. Unter Anleitung setzen sie sich mit der Perspektive von handelnden Personen im Apparat der Staatssicherheit auseinander, lernen Sprache und Bürokratie der Stasi kennen. Sie reflektieren, was die Maßnahmen der Geheimpolizei für Betroffene bedeuteten. Ziel ist es, das Wirken der Stasi zu erkennen, dabei die originalen Dokumente zu analysieren, zu interpretieren und einzuordnen. Schülerinnen und Schüler können sich so Grundwissen zur Stasi anhand authentischer Quellen erarbeiten, Quellenkritik üben und zu einem fundierten Sach- und Werturteil kommen.

Der Gruppenarbeit folgt die Präsentation der Ergebnisse als Vortrag, selbst entworfenes Rollenspiel oder "Talkshow".

Dauer: 120-150 Minuten
Empfehlung: Fähigkeit, mit schriftlichen, deutschsprachigen Quellen zu arbeiten
Ort: "Haus 1", Projektwerkstatt
Klassenstufe: ab 10. Klasse

Vertiefter Blick in die Akten

Das Modul ist ein zeitlich und inhaltlich reduziertes Angebot, bei dem die Stasi-Akten im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam werden einzelne Dokumente gelesen und daraus anschließend im Gespräch Methoden und Wirkungsweisen der Stasi analysiert.

Die Teilnehmenden können die Quellenhefte kostenfrei mitnehmen, um später damit weiterzuarbeiten.

Dauer: 60 Minuten
Voraussetzung: Fähigkeit, mit schriftlichen, deutschsprachigen Quellen zu arbeiten
Ort: "Haus 1", Projektwerkstatt
Klassenstufe: ab 10. Klasse

Gruppenarbeit im Stasimuseum

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Einführung in die Ausstellung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“. Danach erschließen sie sich in Kleingruppen selbstständig einzelne, vorbereitete Themen in verschiedenen Ausstellungsräumen, z. B. die „Methoden der Stasi“ oder „Die Inoffiziellen“.

Die Ergebnisse der Gruppenarbeit werden im Plenum präsentiert und diskutiert.

Dauer: 120-150 Minuten
Voraussetzung: nur in Verbindung mit anderen Modulen buchbar
Ort: "Haus 1", Projektwerkstatt und Stasimuseum
Klassenstufe: ab 10. Klasse

Gruppenarbeit mit Educaching

Schülerinnen und Schüler können das ehemals gesperrte Areal des Ministeriums für Staatssicherheit mit GPS-Geräten oder dem eigenen Smartphone selbst erkunden. Wie im Geocaching geht es mit GPS-Unterstützung auf historische Spurensuche. Dazu sind auf dem Gelände für den Projekttag „Caches“ – kleine Verstecke – verteilt. In den Caches befinden sich Hefte mit Text- und Fotoaufgaben zum jeweiligen Ort und zur Arbeitsweise der Stasi an dieser Dienststelle.

Der Gruppenarbeit folgen die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse.

Dauer: 90-120 Minuten
Empfehlung: Räumliche Orientierungskompetenz
Ort: "Haus 1", Projektwerkstatt und Gelände
Klassenstufe: ab 9. Klasse

Gruppenarbeit mit Actionbound

Die ehemalige Stasi-Zentrale ist ein historischer Ort. Er lässt sich interaktiv per Actionbound entdecken – einem Serious Game, spielbar über eine kostenfreie App.

Die Schüler und Schülerinnen bewegen sich einzeln oder in Gruppen, mit Smartphone und App über das Gelände und bearbeiten einen audio-visuellen Aufgabenkatalog in Form eines interaktiven Guides. Eingebundene Video-Clips und kurze Tondokumente lassen den Ort lebendig werden und versetzen die Teilnehmenden zurück in die 1980er Jahre. In Echtzeit treten sie dabei gegeneinander an. Wer löst die meisten Aufgaben in einer knappen vorgegebenen Zeit? Die Ergebnisse werden in der Projektwerkstatt ausgewertet.

Dauer: ca. 60 Minuten
Voraussetzung: Smartphone mit Android oder iOS
Ort: "Haus 1", Projektwerkstatt und Gelände
Klassenstufe: ab 9. Klasse

Führung über das Stasi-Gelände

Das riesige Areal der ehemaligen Stasi-Zentrale ist in seiner Bebauung von 1990 bis heute weitgehend erhalten. Bei einer Führung entlang der historischen Gebäude lernen die Schülerinnen und Schüler, wie der Ort organisiert war: Wo war der Dienstsitz derer, die für die Überwachung von Menschen in der Opposition, in Sport und Kultur zuständig waren? Wo gingen die Offiziere essen? Wo war die ministeriumseigene Klinik?

Der Rundgang zeichnet auch den Weg der Demonstrierenden nach, die am 15. Januar 1990 auf das Gelände vordrangen und so halfen, die Vernichtung der Akten zu stoppen.

Dauer: 45-90 Minuten
Voraussetzung: keine
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Klassenstufe: ab 9. Klasse

Kooperationen

Das Bildungsteam bietet speziell ausgerichtete Projekttage an mit den Kooperationspartnern

  • Gedenkstätte Berliner Mauer,
  • Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen,
  • Deutsches Spionagemuseum

In der Regel wird ein zwei- bis dreistündiges Angebot eines Projektpartners mit einem zwei- bis dreistündigen Part im Stasi-Unterlagen-Archiv verknüpft. Schülerinnen und Schüler lernen historische Ereignisse in Berlin dadurch aus zwei unterschiedlichen historischen Perspektiven kennen: Aus Sicht von Betroffenen und aus Sicht der Täter.

Dauer: mind. 120 Minuten pro Ort (Aufteilung auf zwei Tage möglich)
Voraussetzung: frühzeitige Anmeldung und Zusage der Kooperationspartner
Klassenstufe: ab 10. Klasse
Kosten: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und Deutsches Spionagemuseum erheben Kosten, die mit ihnen direkt abzurechnen sind. Das Deutsche Spionagemuseum gewährt für die Kooperation Rabatt.

Gruppenarbeit in der Ausstellung "Einblick ins Geheime"

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Einführung in die Ausstellung "Einblick ins Geheime". Danach erschließen sie sich in Kleingruppen selbstständig einzelne, vorbereitete Themen der Ausstellung, z. B. die Überwachung der Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe oder die Verhaftung des Autors einer Broschüre über Punk in der DDR.

Der Gruppenarbeit folgt die Präsentation und Diskussion der Ergebnisse im Plenum.

Dauer: 120 Minuten
Voraussetzung: Fähigkeit zu selbstständiger Arbeit und mit schriftlichen, deutschsprachigen Quellen
Ort: "Haus 7", Stasi-Unterlagen-Archiv
Klassenstufe: ab 10. Klasse

Besondere Angebote

Nach Absprache sind auch besondere Inhalte und Formate möglich, wie:

  • Lehrgespräch "Die Medien der Stasi",
  • Zeitzeugengespräch zur Bedeutung der Aktenöffnung,
  • Erarbeitung und Auswertung von Fallbeispielen als Rollenspiel, szenisches Spiel oder Debatte, ein Rollenspiel als "Prozess" über Wiedergutmachung,
  • Filmarbeit,
  • Einblick in die Archivarbeit mit Rechercheübung.

Dauer: nach Absprache
Voraussetzung: solide Vorkenntnisse zur DDR-Geschichte und ein hohes Maß an Eigenleistung der Schülerinnen und Schüler
Klassenstufe: ab 10. Klasse

Schülerinnen und Schüler zwischen den Aktenregalen im Berliner Stasi-Unterlagen-Archiv
Gruppenarbeit in der Projektwerkstatt des BStU
Mitarbeiter der Hauptabteilung III (Funkaufklärung und Funkabwehr) beim Abhören und Mitschneiden von Telefonaten
Tisch und zwei Stühle auf einem roten Teppich
Ein Modulbaustein von vielen: Edu-Caching

Ausklang: Stasi. Was hat das mit uns zu tun?

Auswertungsrunde

Vergangenheit begreifen, Gegenwart gestalten – eines der Ziele von Projekttagen in der „Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie“. Ob es um die Funktion von Archiven in der Erinnerungsarbeit geht, unseren eigenen Umgang mit Daten oder aktuelle Gefahren für Demokratie und Menschenrechte: Das abschließende Gespräch soll helfen, Erkenntnisse des Tages zu reflektieren. Die Relevanz des Gelernten für die Gegenwart ist zentral für diesen Rück- und Ausblick.

Dauer: 30 Minuten
Voraussetzung: Nur in Verbindung mit "Einstieg" und "Schwerpunkt" buchbar
Ort: "Haus 1", Projektwerkstatt
Klassenstufe: ab 9. Klasse

Blick ins Archiv

Im Anschluss an einen „Schwerpunkt“ vertiefen die Schülerinnen und Schüler durch den Blick auf die Hinterlassenschaften der Stasi ihren Eindruck, authentische Geschichte erlebt zu haben. Sie sehen zugleich, woher die Themen, die sie erarbeitet haben, stammen, und wie aufwändig es ist, die Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren.

Dauer: 30 Minuten
Voraussetzung: buchbar vorbehaltlich freier Kapazitäten
Ort: "Haus 7", Stasi-Unterlagen-Archiv
Klassenstufe: ab 10. Klasse

Blick in Mielkes Büro

Fast vier Jahrzehnte lang lenkte Erich Mielke den Repressionsapparat der Stasi. Sein Büro und auch die Rückzugsräume des Ministers für Staatssicherheit sind im Stasimuseum im Originalzustand erhalten. An seinem Schreibtisch zeichnete der General jede wichtigere Entscheidung ab.

Dauer: 30 Minuten
Voraussetzung: nur in Verbindung mit "Einstieg" und "Schwerpunkt" buchbar
Ort: "Haus 1", Projektwerkstatt und Stasimuseum
Klassenstufe: ab 9. Klasse

Vorstellen der Ergebnisse der Kleingruppenarbeit

Anmeldung und weitere Informationen

Bildungsteam

Normannenstraße 20 "Haus 1"
10365 Berlin

Telefon: 030 2324-6757
E-Mail: bildung.stasiunterlagenarchiv@bundesarchiv.de