Direkt zum Seiteninhalt springen
Publikation

"Für menschliche Würde, Anstand und eine neue Moral"

Auflösung der Staatssicherheit im Bezirk Karl-Marx-Stadt

BStU (Hg.), Holger Horsch

Reihe
BF informiert

Umfang
86 Seiten

Auflage
1. Auflage, Berlin 2015

Verlag
BStU

Preis
2,50 €

ISBN
978-3-942130-78-3

Sprache
Deutsch

BF informiert 35/2015

Inhalt

Ständig rauchende Schornsteine und häufiger als sonst aus den MfS-Objekten in Karl-Marx-Stadt fahrende Lkw: Die demonstrierenden Bürger waren alarmiert. Anfang Dezember begannen sie, ausfahrende Pkw zu kontrollieren. Am 5. und 6. Dezember erreichten entschlossene Bürgerrechtler dann die Versiegelung der MfS-Dienststellen durch die Staatsanwaltschaft.

Die Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt war mit ihren zuletzt 3 827 Mitarbeitern eine der größten Regionaldienststellen des Ministeriums für Staatssicherheit. Der seit 1958 an ihrer Spitze stehende Generalleutnant Siegfried Gehlert sicherte Ende 1989 mit allen ihm zur Verfügung stehenden geheimpolizeilichen Mitteln die Herrschaft der SED. Bis Mitte Oktober 1989 ging die Leitung der Bezirksverwaltung davon aus, die Lage jederzeit in den Griff zu bekommen. Im November hielt sie es noch für möglich, sich mit den neuen politischen Kräften zu arrangieren. Gleichzeitig begannen die Mitarbeiter damit, brisante Unterlagen zu vernichten.

Die fortwährenden Demonstrationen führten dann schließlich zur gesamten Auflösung der Geheimpolizei der DDR. In Karl-Marx-Stadt wurde dieser Prozess von den Bürgern begleitet.

Eine solche Auflösung eines Staatssicherheitsdienstes ist weltweit ein einmaliger Vorgang.

Zum Autor/Herausgeber

BStU (Hg.)

Holger Horsch

Verwandte Inhalte

Publikation

"Akten-Einsichten"

Beiträge zum historischen Ort der Staatssicherheit

"Akten-Einsichten" wirft Schlaglichter auf die Stasi-Überlieferungen. Die versammelten Beiträge beleuchten und reflektieren an ausgewählten Beispielen das Potenzial dieser Quellengattung.

Publikation

Schmuggler, Spitzel und Tschekisten

Wie Stasi und KGB den Bibelschmuggel in die Sowjetunion bekämpften

Die vorliegende Studie beschreibt die geheimpolizeilichen Maßnahmen von MfS und KGB, mit denen der Bibelschmuggel durch die DDR in die Sowjetunion unterbunden werden sollte, und untersucht damit die bisher wenig erforschte Zusammenarbeit der beiden Dienste.

Publikation

Sperrgebiete in der DDR

Ein Atlas von Standorten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), des Ministeriums des Innern (MdI), des Ministeriums für Nationale Verteidigung (MfNV) und der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD)

Allein in Ost-Berlin hatte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) mindestens 232 Dienstgebäude - inklusive der Zentrale in Berlin-Lichtenberg sowie Sport- und Erholungsanlagen und dem Flugplatz Johannisthal. Im neuen Band "Sperrgebiete in der DDR" lassen sich diese und viele andere ...

Publikation

Die AIDS-Verschwörung

Das Ministerium für Staatssicherheit und die AIDS-Desinformationskampagne des KGB

Mit dem Auftauchen des für AIDS verantwortlichen HI-Virus Anfang der 1980er Jahre begannen Forschungen, aber auch Spekulationen um dessen Herkunft. 1992 gab der Leiter der russischen Auslandsspionage zu, dass der sowjetische Geheimdienst hinter einer internationalen Desinformationskampagne zum ...

Publikation

Die maoistische KPD/ML und die Zerschlagung ihrer "Sektion DDR" durch das

Im "Arbeiter-und-Bauern-Staat" kämpfte eine Handvoll Maoisten unter dem Namen "Sektion DDR der KPD/ML" verbissen gegen die SED-Machthaber und wurde nach anfänglichen "Erfolgen" zur leichten Beute für den Staatssicherheitsdienst.

Publikation

Die Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Rostock

Ermittlungsverfahren, Zelleninformatoren und Haftbedingungen in der Ära Honecker

Die Studie bietet die erste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der MfS-Untersuchungshaftanstalt Rostock, ihren Insassen und den hier herrschenden Haftbedingungen.