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Publikation

Schmuggler, Spitzel und Tschekisten

Wie Stasi und KGB den Bibelschmuggel in die Sowjetunion bekämpften

Ann-Kathrin Reichardt

Spielzeugauto als Versteck für ein Neues Testament in russischer Sprache. Quelle: BStU, MfS, BV Halle, AOP 4126/80, Bd. 6, Bl. 59

Reihe
BF informiert

Umfang
184 Seiten

Auflage
Berlin 2020

Verlag
BStU

Preis
5,00 €

ISBN
978-3-946572-27-5

Sprache
Deutsch

BF informiert 43/2020

Inhalt

Die Kooperation zwischen dem MfS und dem KGB ist trotz der engen Verflechtung beider Geheimdienste bislang wenig erforscht. Dies ist vor allem der Unzugänglichkeit des sowjetischen Geheimdienstarchivs geschuldet. "Schmuggler, Spitzel und Tschekisten" untersucht die Zusammenarbeit der beiden Dienste exemplarisch anhand des Bibelschmuggels auf Grundlage der Stasi-Akten und trägt dazu bei, diese Forschungslücke zu schließen.

Bibeln, Gesangbücher und exegetische Literatur waren in der Sowjetunion Mangelware. Diese absichtliche Verknappung war ein wichtiges Instrument der sowjetischen Staatsmacht, um kirchliches Leben zu unterdrücken. Missionsgesellschaften aus den USA und Westeuropa unterstützten deshalb insbesondere freikirchliche und lutherische Gemeinden in der Sowjetunion durch illegale Lieferungen religiöser Literatur. Dafür nutzten sie unter anderem Transportwege über die DDR. Dort existierte – über die gesamte Republik verzweigt – ein Netzwerk von Verbindungspersonen, die den Weitertransport der aus der Bundesrepublik illegal eingeführten Bücher in die Sowjetunion übernahmen.

Über Jahrzehnte hinweg versuchten MfS und KGB gemeinsam, das "Schmuggler-Netzwerk" zu zerschlagen. Dieses Ziel wurde – trotz detaillierter Absprachen auf Leitungsebene, gezielter Einschleusung inoffizieller Mitarbeiter, konspirativer Tätigkeiten auf dem jeweils anderen Staatsgebiet und der Beschlagnahmung großer Mengen der geschmuggelten Literatur – nie wirklich erreicht. Der Funktionsweise der Zusammenarbeit und den Gründen für ihre Ineffizienz geht diese Studie nach.

Zum Autor/Herausgeber

Ann-Kathrin Reichardt

Dr. phil., Jahrgang 1966, Kulturhistorikerin; ehemalige Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Kommunikation und Wissen des Stasi-Unterlagen-Archivs

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