Direkt zum Seiteninhalt springen
Publikation

Zu Wahrnehmung und Interpretation des Rechtsextremismus in der DDR durch das MfS

Walter Süß

Reihe
Einzelveröffentlichungen

Umfang
106 Seiten

Auflage
3., unveränderte Auflage, Berlin 2000

Verlag
BStU

Preis
5,00 €

ISBN
978-3-942130-42-4

Sprache
Deutsch

Reihe B: Analysen und Berichte - Nr. 1/93

Inhalt

Die rechtsextrem motivierten Gewalttaten im Jahre 1992 geben Anlass zu Vermutungen, der heutige, organisierte Rechtsextremismus in den neuen Bundesländern sei nach dem Beitritt zwar sichtbar geworden, habe jedoch im Untergrund bereits vorher existiert.

Andere Beobachter interpretieren die Welle ausländerfeindlicher Gewalt in den neuen Bundesländern als Folge von Auflösungs- prozessen nach Währungsunion und staatlicher Vereinigung, als relativ neues Phänomen also.

Sollte die erstgenannte Annahme zutreffen, so ist davon auszugehen, dass sich seinerzeit auch die Staatssicherheit dafür interessiert hat. Schließlich war das Selbstbild der DDR davon geprägt, ein "antifaschistischer Staat" zu sein, der den Nazismus "mit Stumpf und Stiel ausgerottet" hat. Das Bild der DDR als Hort der "internationalen Solidarität", das die SED-Führung nach außen zu vermitteln suchte, wäre gefährdet gewesen.

Verstöße gegen diese Normen durch eine neonazistische Bewegung zu Zeiten der DDR müssten Spuren hinterlassen haben, die heute in den Archiven des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen zu finden wären.

Diese Archivalien sind bekanntlich erst teilweise erfasst. Doch in den bereits zugänglichen Materialien finden sich in der Tat einschlägige Akten: Dienstanweisungen, Richtlinien und "Hinweise" der MfS-Spitze; zusammenfassende Berichte der zuständigen HA XX in Berlin; und – bisher nicht vollständig aufgefunden – monatliche Berichte der Bezirksverwaltungen des MfS über die Lage in ihrem Verantwortungsbereich.

Will man allerdings die Sichtweise der MfS-Berichterstatter und -Analytiker nicht einfach reproduzieren, so muss man Einzelfälle heranziehen, "Operative Personenkontrollen" (OPK) und "Operative Vorgängen" (OV), auf denen solche Berichte aufbauen.

Der folgenden Analyse liegen neben den zentralen Dokumenten OPKs und OVs aus der MfS-Bezirksverwaltung in Berlin zugrunde. Es handelte sich bei den von der HA XX bzw. Abt. XX Berlin bearbeiteten Vorgängen in der Regel – es gibt Ausnahmen – um die aus Sicht des MfS minder schweren Fälle, in denen die Beweislage noch nicht für die Einleitung eines Ermittlungs- bzw. Strafverfahrens ausreichte, für das dann HA IX zuständig gewesen wäre.

Zum Autor/Herausgeber

Walter Süß

Dr., Jahrgang 1947, ehemaliger Projektleiter in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU

Verwandte Inhalte

Publikation

Staatssicherheit in der SED-Diktatur

Katalog zur Dauerausstellung

Der Katalog gibt anschauliche und informative Einblicke in die Ausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur".

Publikation

Seguridad del Estado

Un libro de lecturas sobre la policía secreta de la RDA

“Ningún otro órgano de la RDA tiene tantas posibilidades de apoyar al Partido, ayudarlo y aconsejarlo dónde tomar acción y qué métodos aplicar”, afirmó el jefe de la Stasi, Erich Mielke, en 1960, refiriéndose al papel del Ministerio de Seguridad del Estado (MfS) durante la dictadura de ...

Publikation

Staatssicherheit

Ein Lesebuch zur DDR-Geheimpolizei

Das Lesebuch zur Staatssicherheit bietet einen Überblick über wichtige Aspekte der DDR-Diktatur und ihrer Geheimpolizei und soll gleichzeitig auch ein Begleitband für die Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED Diktatur" im Stasi-Museum Berlin sein.

Publikation

State Security

A Reader on the GDR Secret Police

This Reader on the State Security provides an overview of the most important aspects of the GDR dictatorship and ist secret police.

Publikation

Das MfS-Lexikon

Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR

Das MfS-Lexikon ist in 3. Auflage erschienen. Es wurde um rund 50 Einträge erweitert, darunter Kurzbiografien sämtlicher Leiter der Bezirksverwaltungen des MfS. Damit liegt das kompakte Nachschlagewerk zum Ministerium für Staatssicherheit der DDR in aktualisierter Auflage vor, in dem man auf ...

Publikation

Konfliktfall "Kosmos"

Die Politische Geschichte einer Jugendarbeitsgruppe in der DDR

Die Jugendarbeitsgruppe Kosmos (JAGK) mit ihrer DDR-weiten Organisation störte durch ihre Erfolge die Deutungshoheit der SED in Raumfahrtinstitutionen, Sternwarten und Schulen.