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Publikation

Staatssicherheit und KSZE-Prozess

MfS zwischen SED und KGB (1972–1989)

BStU (Hg.), Douglas Selvage, Walter Süß

Reihe
Wissenschaftliche Reihe

Umfang
761 Seiten

Auflage
Göttingen 2019

Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht

Preis
55,00 €

ISBN
978-3-525-31069-4

Sprache
Deutsch

Band 54

Der Tabellenanhang des Buches findet sich als Leseprobe (PDF-Datei) auf dieser Seite.

Inhalt

Welche Rolle spielte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im KSZE-Prozess nach der Unterzeichnung der Schlussakte der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa? Und wie agierte es bei dem Versuch, die Folgen des politischen Prozesses im Bereich der Menschenrechte und der menschlichen Kontakte auf die DDR und Osteuropa einzudämmen?

Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass die MfS-Führung einerseits die harte Linie der Partei- und Staatsführung der DDR selbst gegenüber Moskau unterstützte. Andererseits aber auch weitgehend die Forderungen Moskaus gegenüber der SED-Führung zur Abgrenzung der DDR von der Bundesrepublik mittrug.

Die wirtschaftliche Schwäche der Sowjetunion und der DDR, verschärft durch wachsende Militärausgaben wegen der Aufrüstung der NATO, führte zu Zugeständnissen beider Regimes. Auch schränkte sie die Repressionsmöglichkeiten des MfS gegenüber ostdeutschen Oppositionellen und der – nach Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte entstandenen – Ausreisebewegung erheblich ein.

Schließlich konnte das MfS als "Diener zweier Herren" – der SED-Führung und der Sowjetunion bzw. des KGB – die innenpolitischen Auswirkungen des KSZE-Prozesses wegen der Zugeständnisse an den Westen nicht mehr kontrollieren.

Zum Autor/Herausgeber

BStU (Hg.)

Douglas Selvage

Dr.; Projektleiter in der Abteilung Kommunikation und Wissen des Stasi-Unterlagen-Archivs

Walter Süß

Dr., Jahrgang 1947, ehemaliger Projektleiter in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU

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