Direkt zum Seiteninhalt springen
Regale im Stasi-Unterlagen-Archiv in Berlin

Das Stasi-Unterlagen-Archiv in Zahlen

Zum Inhalt springen

Übersicht

Seit Beginn der Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs Ende 1990 sind bislang 7.353.885 (Stand: 31.12.2020) Ersuchen und Anträge eingegangen, darunter 3.349.609 Anträge von Bürgerinnen und Bürgern. Im Jahr 2020 haben 37.407 Bürgerinnen und Bürger einen Antrag zur Akteneinsicht gestellt. Im Archiv stehen über 111 Kilometer Schriftgut für die Recherche zur Verfügung. Davon sind 51 Kilometer bereits von der Stasi archiviert worden und sind personenbezogen zugänglich. Weitere 60 Kilometer wurden 1990 unsortiert in den Büros der Stasi gefunden und sind seither zu derzeit 94 Prozent erschlossen. Beim Stasi-Unterlagen-Archiv arbeiten 1.313 (Stand 1. Januar 2021) Beschäftige an 14 Standorten.

Antragszahlen

Bürgeranträge

Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Bürgeranträge gesamt 62.246 67.763 62.544 48.634 48.855 45.309 56.526 37.407
davon Erstanträge 38.869 40.994 37.499 27.348 28.454 26.875 35.554 23.686

Eingänge nach Standorten des Stasi-Unterlagen-Archivs

Ca. 75 Prozent der Bürgeranträge (Erstanträge zur Akteneinsicht, Decknamenentschlüsselung, Kopien sowie Wiederholungsanträge) gingen zwischen 1990 und 2020 in den zwölf Außenstellen ein (2.519.466 von insgesamt 3.349.609). Es handelt sich dabei um die Standorte

Erstanträge aus den westlichen Bundesländern

Die nebenstehende Grafik stellt die Anzahl der Erstanträge dar, die in den westlichen Bundesländern seit dem 01.01.1992 gestellt wurden (Gesamtzahl: 412.371). Ausgewiesen werden ausschließlich die erstmalig gestellten Anträge von Bürgerinnen und Bürgern der westlichen Länder auf Akteneinsicht und Herausgabe von Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes. Wiederholungsanträge, Anträge zur Decknamenentschlüsslung sowie Kopienanträge nach einer Akteneinsicht sind hier nicht dargestellt.

Erstanträge aus dem Ausland

Beim Stasi-Unterlagen-Archiv gingen bis Dezember 2020 mehr als 21.000 Erstanträge auf persönliche Akteneinsicht aus knapp 100 Ländern ein. Die nebenstehende Grafik stellt die Eingänge von den Ländern dar, aus denen mehr als 1.000 Erstanträge eingingen. Es folgen die Länder Dänemark, Ungarn und Belgien mit mehr als 500 Anträgen. Sogar aus Eswatini und den Vereinigten Arabischen Emiraten erreichten das Stasi-Unterlagen-Archiv Anträge. Wiederholungsanträge, Decknamenentschlüsselungs- und Kopienanträge sind auch hier nicht dargestellt.

Gesamtliste der Erstanträge aus dem Ausland (PDF, 32 KB, Datei ist nicht barrierefrei ⁄ barrierearm)

7.353.885

Ersuchen und Anträge sind seit Beginn der Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs Ende 1990 eingegangen, darunter 3.349.609 Anträge von Bürgerinnen und Bürgern.

mehr

Anträge Forschung und Medien

Insgesamt gingen bisher 38.430 Forschungs- und Medienanträge ein. Davon kamen etwa 15 Prozent aus dem Ausland.

Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Anträge gesamt 1.319 1.407 1.351 1.299 1.323 1.342 1.429 1.230
Anträge Forschung und politische Bildung 835 891 906 867 951 945 1.011 899
Anträge Presse, Rundfunk und Film 484 516 445 432 372 397 418 331

Ersuchen von öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen

Von 1990 bis 2020 gingen bislang 3.448.427 Ersuchen von öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen ein. Ersuchen zur Überprüfung von Personen auf eine frühere Tätigkeit für das MfS werden verschiedenen Verwendungszwecken zugeordnet.

Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Ersuchen zur Überprüfung wichtiger Funktionsträger und weitere Ersuchen gesamt 1.411 1.847 3.031 1.657 930 1.018 1.224 1.599
davon Parlamentarische Mandatsträger 427 928 2.406 904 495 446 523 1.214
davon Ordensangelegenheiten 406 449 345 359 256 351 323 278
Ersuchen zur Überprüfung öffentlicher Dienst 296 272 260 227 167 167 193 172
Ersuchen zu Sicherheits-/ Zuverlässigkeits-Überprüfungen 7.800 7.859 7.348 6.849 6.543 6.037 5.761 5.645
Ersuchen Rentenangelegenheiten 3.661 2.457 2.705 2.355 2.283 2.765 3.012 2.421
Ersuchen gesamt 13.168 12.435 13.344 11.088 9.923 9.987 10.190 9.837

Ersuchen Rehabilitierung, Wiedergutmachung, Strafverfolgung

Ersuchen zur Rehabilitierung und materiellen Entschädigung von Bürgern, die durch das DDR-System Unrecht erlitten haben sowie zur Wiedergutmachung werden von den regional zuständigen Ämtern eingereicht. Von 1990 bis 2020 gingen bislang insgesamt 517.419 Ersuchen zur Rehabilitierung, Wiedergutmachung und Strafverfolgung beim Stasi-Unterlagen-Archiv ein.

Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Anträge gesamt 4.069 4.135 4.766 3.150 2.746 2.635 2.387 4.840
Ersuchen zur Rehabilitierung 998 1.130 1.015 773 658 598 528 752
Ersuchen zur Wiedergutmachung 2.824 2.717 3.025 2.194 1.934 1.763 1.687 3.941
davon Ersuchen zur Opferrente 855 1.059 1.116 793 669 569 650 2.569
Ersuchen zur Strafverfolgung 247 288 726 183 154 274 172 147

Antragserledigungen

Von den bislang rund 3,3 Millionen eingegangenen Bürgeranträgen sind zum Stand 31.12.2020  ca. 30.000 Anträge unerledigt. Prioritär zu bearbeitende Anträge sowie Anträge, bei denen keine oder nur Karteikartenerfassungen festgestellt werden, werden in der Regel innerhalb von drei bis neun Monaten erledigt. Dies sind etwa 55 % aller Erst- und Wiederholungsanträge. Wenn Unterlagen gefunden werden, führt vor allem die im Verhältnis zum zurückgehenden Mitarbeiterbestand immer noch sehr hohe Nachfrage nach persönlicher Akteneinsicht zu längeren Wartezeiten.

Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
Erledigungen gesamt 86.733 86.432 98.212 78.061 75.370 68.969 63.971 59.696
davon Erledigungen Bürgeranträge 67.743 69.772 77.109 61.899 61.203 55.901 51.140 44.362
111

Kilometer Stasi-Akten lagern im Stasi-Unterlagen-Archiv. Davon sind ca. 43 km Material aus dem Ministeriumsstandort Berlin und ca. 68 km Material aus den Bezirksverwaltungen der Stasi überliefert.

mehr

Archivbestände

Das Stasi-Unterlagen-Archiv ist derzeit auf 13 Standorte verteilt. In der Summe finden sich dort mehr als 111 Kilometer Stasi-Akten. Davon sind ca. 44 Kilometer Material aus dem Ministeriumsstandort Berlin und ca. 68 Kilometer Material aus den Bezirksverwaltungen (BV) der Staatssicherheit überliefert.

Detailbeschreibung Schriftgut

Etwa 51 Kilometer Schriftgut stammen aus der Archivabteilung XII des MfS, wurde also schon von der Stasi archiviert. Davon:

  • ca. 20 Kilometer aus der Ministeriumszentrale in Berlin und
  • ca. 31 Kilometer aus den Bezirksverwaltungen des MfS.

Diese Unterlagen sind personenbezogen zugänglich; eine darüber hinausgehende thematische Erschließung ist für etwa sechs Prozent dieser Unterlagen erfolgt (knapp 3,1 Kilometer).

Mehr als 60 Kilometer Schriftgut waren bis Anfang 1990 noch durch die MfS-Diensteinheiten in Bearbeitung und wurde in den Büros der Stasi gefunden. Davon:

  • über 24 Kilometer aus der Ministeriumszentrale in Berlin und
  • 37 Kilometer aus den Bezirksverwaltungen des MfS.

Diese Unterlagen sind derzeit zu 94 Prozent erschlossen; insgesamt sind damit noch etwas über 3,5 Kilometer an Unterlagen archivisch zu bearbeiten.

Besonderer Teil dieser Unterlagen sind ca. 12 Kilometer MfS-Karteikarten (rund 41 Millionen Stück). Sie stammen aus ca. 5.700 aufgefundenen Einzelkarteien aller Stasi-Diensteinheiten, davon sind:

  • 18 Millionen Karten in Berlin und
  • etwa 23 Millionen Karten in den Außenstellen des Stasi-Unterlagen-Archivs .

Die Stasi hat ihre Unterlagen auch auf Sicherungs- und Arbeitsfilme kopiert. Umgerechnet auf Papier sind dies insgesamt zusätzlich rund 47 Kilometer verfilmtes Schriftgut. Dies sind Kopien vorhandener, teilweise von der Stasi vernichteter Unterlagen.

Des Weiteren gibt es derzeit rund 15.500 Behältnisse (zumeist Säcke) mit von der Stasi per Hand zerrissenem Schriftgut. Aus ca. 500 der Papiersäcke wurden mittlerweile über 1,67 Millionen Blätter bzw. Karteikarten manuell und virtuell rekonstruiert.

Audiovisuelle Materialien

Das MfS hat auch zahlreiche audio-visuelle Materialien hinterlassen. Im Detail sind das:

  • Ca. 1,95 Millionen Fotodokumente, die vielfach ohne Kontext gefunden wurden, davon sind mittlerweile über 1,54 Millionen Stück verzeichnet. Ergänzt werden sie durch viele Fotos, die sich in den Akten befinden.
  • 2.876 Filme und Videos, die zu 100 % erschlossen sind. Mit der Digitalisierung aus Bestandsschutzgründen wurde begonnen.
  • Ca. 22.700 Tondokumente, von denen sind bislang rund 20.450 erschlossen. Auch diese Sammlung wird aus Bestandsschutzgründen digitalisiert.
  • 106 MfS-Datenprojekte, deren Grad der Aufbereitung sehr unterschiedlich ist.

Digitalisierte Materialien

Bestandsschutz

Eine zentrale Aufgabe des Stasi-Unterlagen-Archivs ist es, die Unterlagen zu erhalten. Dafür wurde die Digitalisierung, vor allem der audiovisuellen Materialien zum Zwecke des Bestandsschutzes weiter fortgesetzt. Annähernd 167.000 Fotos, gut 750 Filme und Videos sowie fast 13.000 Tondokumente liegen bislang digital vor. (Stand 31.12.2020).

Hinzukommen etwa 4,6 Millionen digital vorliegende Seiten aus der Schriftgutüberlieferung.

Findmittel

Seit 2014 werden die Findmittel des Stasi-Unterlagen-Archivs in der Online-Rechercheplattform ARGUS veröffentlicht und sind dort und im Archivportal Europa nutzbar. Bisher sind dort zu finden:

  • 433 Online-Findmittel mit ca. 169.000 Titelangaben
  • darin enthalten: rund 66.000 digitalisierte Aktenseiten und 220 digitalisierte Tondokumente (insgesamt ca. 17.000 Minuten Spielzeit) (Stand 31.05.2021).

Stasi-Mediathek

Seit 2015 stellt das Stasi-Unterlagen-Archiv digitalisierte Unterlagen auch im eigenen Online-Portal www.stasi-mediathek.de zur Verfügung. Die inhaltlich aufbereiteten und redaktionell ausgewählten Unterlagen umfassen Inhalte aus allen Jahren des Wirkens der Stasi. Sie sind komplett textlich erfasst und ermöglichen so eine semantische Suche über alle digitalen Unterlagen der Stasi-Mediathek hinweg.

Aktuell sind dort zu finden:

  • 998 Dokumente mit etwa 6500 Seiten
  • 143 Bilderserien mit 746 Einzelbildern
  • 27 Audio-Dateien (ca. 20 Stunden Spielzeit)
  • 45 Video-Filme (ca. 24 Stunden Spielzeit)

(Stand 31.12.2019)

Personal

Ende 2020 waren beim Stasi-Unterlagen-Archiv 1.313 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 1.1.2021) an 14 Standorten beschäftigt – an zwei Standorten in Berlin und in den zwölf Außenstellen in den neuen Bundesländern. 779 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in Berlin, 534 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Außenstellen. Den Höchststand an Personal erreichte das Stasi-Unterlagen-Archiv 1994 mit 3.076 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Personalentwicklung der letzten Jahre
Jahr 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
Mitarbeiter 1.591 1.605 1.604 1.571 1.553 1.522 1.440 1.354 1.313