Direkt zum Seiteninhalt springen
Publikation

Vom Scheitern der kybernetischen Utopie

Die Entwicklung von Überwachung und Informationsverarbeitung im MfS

BStU (Hg.), Christian Booß

Reihe
Wissenschaftliche Reihe

Umfang
400 Seiten

Auflage
Göttingen 2020

Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht

Preis
30,00 €

ISBN
978-3-525-35212-0

Sprache
Deutsch

Band 56

Inhalt

Die Beschaffung und Verarbeitung von Informationen ist eine zentrale Aufgabe eines jeden Geheimdienstes. Die Stasi wollte allerdings keineswegs undifferenziert "alles" wissen und überwachte auch nicht flächendeckend. Ihre Aufmerksamkeit galt insgesamt wesentlich stärker Staat, Wirtschaft und militärischer Abwehr als "Staatsfeinden" und Oppositionellen.

Die Arbeitsweise der Stasi war dabei keineswegs so anachronistisch, wie die überlieferten Akten- und Karteikartenberge es vermuten lassen. Die Informationsspezialisten des MfS hatten seit den 1960er-Jahren daran gearbeitet, durch gezielte Informationsgewinnung und -analyse die Überwachungsmethoden zu optimieren.

Auch wenn ihre kybernetische Utopie scheiterte, vollzog das MfS damit wichtige Schritte auf dem Weg in den digitalen Überwachungsstaat. Dieses Buch unternimmt es, die Forschungslücke zu diesem Aspekt der Geschichte der DDR-Geheimpolizei zu schließen.

Zum Autor/Herausgeber

BStU (Hg.)

Christian Booß

Dr., Jahrgang 1953; Ehemaliger Projektkoordinator in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU

Verwandte Inhalte

Publikation

"Stellt die Bürger ruhig"

Staatssicherheit und Umweltzerstörung im Chemierevier Halle–Bitterfeld

Das Chemiedreieck Halle–Bitterfeld war in den 80er-Jahren ein "ökologisches Katastrophengebiet", die DDR einer der größten Umweltsünder in Europa: Die Staatssicherheit versuchte, die gravierenden Umweltprobleme zu vertuschen und die Umweltbewegung zu mundtot zu machen.

Publikation

Staatssicherheit und KSZE-Prozess

MfS zwischen SED und KGB (1972–1989)

Welche Rolle spielte das MfS im KSZE-Prozess nach der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki? Und wie agierte es bei dem Versuch, die Folgen des politischen Prozesses im Bereich der Menschenrechte und der menschlichen Kontakte in der DDR und Osteuropa einzudämmen?

Publikation

Strom für die Republik

Die Stasi und das Kernkraftwerk Greifswald

Die Stasi hatte mit dem nie ganz fertiggestellten Kernkraftwerk Greifswald zugleich einen Nuklearbetrieb und eine Großbaustelle zu überwachen. Das Buch zeigt, dass sie damit auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet weitgehend erfolglos blieb.

Publikation

Von einer Freundschaft, die es nicht gab.

Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR und das polnische Innenministerium 1974–1990.

Die Studie offenbart die vermeintliche Freundschaft zwischen Stasi und polnischem Geheimdienst als Täuschung und legt überraschende Schwachstellen der Stasi offen.

Publikation

Aktenlage

Die Bedeutung der Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes für die Zeitgeschichtsforschung

Der Band liefert eine erste Bestandsaufnahme der zeithistorischen Forschung mit MfS-Akten und einen Einblick in die Dimension der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Staatssicherheitsdienst.

Publikation

Inoffizielle Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit

Teil 3: Statistiken

Wie viele inoffizielle Mitarbeiter gab es seit 1950? Wie viele Frauen waren darunter? Wie war dieses Netz in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland verteilt?