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Querschnitt und technische Daten des havarierten Reaktors im Kernkraftwerk Tschernobyl Querschnitt und technische Daten des havarierten Reaktors im Kernkraftwerk Tschernobyl     Querschnitt und technische Daten des havarierten Reaktors im Kernkraftwerk Tschernobyl     Verstrahlte Milch      Wenige Tage später, am 3. Mai 1986, änderte sich die Einschätzung des SAAS. Zu diesem Zeitpunkt zeigten Messreihen erstmals, dass die radioaktive Belastung im Biozyklus anstieg. Kühe fraßen belastete Pflanzen, wodurch zunächst in der Milch erhöhte radioaktive Konzentrationen entstanden.      Diese Kontamination der Milch überstieg an einigen Messpunkten bereits deutlich die Richtwerte, unter denen ein Verzehr für Kleinkinder als unbedenklich galt. Nach wie vor sah das SAAS jedoch keinen Anlass, die Öffentlichkeit zu alarmieren.      Bericht über die Havarie im Kernkraftwerk Tschernobyl      Querschnitt und technische Daten des havarierten Reaktors im Kernkraftwerk Tschernobyl      Bericht zur radioaktiven Strahlenbelastung in der DDR nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl      Übergabe von Materialien an den KGB wegen der Havarie in Tschernobyl      Gespräch der Energieminister der DDR und Sowjetunion über das Reaktorunglück von Tschernobyl      Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung trotz radioaktiver Belastung      Schäden in der Produktion von Röntgenfilmen wegen des Reaktorunglückes in Tschernobyl      Ausbildung von MfS-Angehörigen für den atomaren Ernstfall      Information über zurückgewiesene Autos und Züge an der Grenze zur Bundesrepublik      Reaktionen der DDR-Bevölkerung auf die Havarie im Kernkraftwerk Tschernobyl      Stimmungen und Reaktionen auf die Havarie im Kernkraftwerk Tschernobyl      Bericht über die Beobachtung eines Rentners, dass der Verzehr von Salat und Milch abgelehnt wird      Gespräch mit dem Präsidenten des Staatlichen Amtes für Atomsicherheit und Strahlenschutz (SAAS)      Befehl zum Vorgehen gegen die Initiatoren des Appells 'Tschernobyl wirkt überall'      'Tschernobyl wirkt überall!' - Appell von Mitgliedern der Friedens- und Umweltbewegung in der DDR      Aufnäher 'Schlechte Aussichten für die Ostsee / KKW Nord'      Information des KGB über Aktivitäten der Umweltbewegung in der Umgebung von Kernkraftwerken      'Kernenergie für eine friedliche Zukunft'  Stasi Mediathek  Geschichten 'Unter Kontrolle halten' Zur Suche 3 3      Zur Seite 1 wechseln      Zur Seite 1 wechseln     Zur Seite 2 wechseln      Zur Seite 2 wechseln     aktuelle Seite 3      aktuelle Seite 3  größerkleiner Info  Transkript  [Das Blatt zeigt eine Querschnittsskizze durch das Reaktorgebäude eines Reaktors desselben Typs wie in Tschernobyl.]  Abb.1 Querschnitt durch das Hauptgebäude des KKW mit RBMK-1000 (mit Lokalisierungszone)

Tschernobyl, der Super-GAU und die Stasi

Kernkraftwerk Tschernobyl: Luftaufnahme des zerstörten Reaktorblocks 4

Am 26. April 1986 ereignete sich in Block 4 des sowjetischen Kernkraftwerks Tschernobyl ein katastrophaler Unfall. Die Besatzung verlor die Kontrolle über den Reaktor, er explodierte. Eine radioaktive Wolke zog über Europa. Für die Stasi wurde das Unglück zur Herausforderung: sie musste die politischen und wirtschaftlichen Folgen für die SED-Diktatur eindämmen. Stasi-Chef Mielke gab den Befehl, die Sache "unter Kontrolle" zu halten.

Ein Dokumentenheft und und eine Veranstaltung des Stasi-Unterlagen-Archivs sowie eine Geschichte in der Stasi-Mediathek geben einen Einblick, wie sich die DDR-Geheimpolizei mit dem Unglück auseinandersetzte und welche politischen Folgen es für die SED-Diktatur hatte.

Der Reaktorunfall von Tschernobyl war die bis dahin schwerste Katastrophe bei der Nutzung der zivilen Kernkraft. Die unkontrolliert entwichene Radioaktivität war immens, die Langzeitfolgen der Strahlenbelastung halten bis heute an.

Unmittelbar musste die Stasi den politischen und ideologische Schaden für die SED-Diktatur begrenzen. Das Credo "Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen" wirkte nach dem Unglück hohl. Das ehrgeizige Kernenergieprogramm der DDR verlor merklich an Vertrauen, basierten die Reaktoren doch ebenfalls auf sowjetischer Technik. Zudem erlebten die DDR-Bürger, wie Partei- und Staatsführung und die von ihr kontrollierten Medien die Katastrophe herunterspielten – während die Menschen über das wahre Ausmaß des Unglücks durch das Westfernsehen informiert waren.

Auch der Wirtschaft der DDR drohte Schaden: Die Bundesrepublik, ein wichtiger Abnehmer von Lebensmitteln aus Ostdeutschland, ließ aus Angst vor verstrahlter Ware die Lieferungen nicht mehr ohne weiteres ins Land. Nun galten Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Fahrzeugen, die die Grenze passieren wollten. Die Stasi beteiligte sich deshalb an der Dekontamination von Fahrzeugen an der Grenze, damit der Warenverkehr zwischen Ost und West weiter fließen konnte.

Zudem erhielt die ostdeutsche Anti-Atomkraft-Bewegung Zulauf durch das Unglück. "Tschernobyl wirkt überall" – unter diesem Leitsatz protestierten nach der Reaktorkatastrophe immer mehr Menschen in der DDR gegen die desolate Umweltpolitik der SED.

Audiobeitrag: Podiumsdiskussion und Vortrag über Tschernobyl, die Stasi und die Rolle der Umweltbewegungen

Am 20. April 2016 fand zum Thema eine Veranstaltung statt. Unter dem Titel "'Keinerlei gesundheitliche Gefährdungen'. Tschernobyl, die Stasi und die Rolle der Umweltbewegungen" diskutierten Thorben Becker (BUND), Manfred Haferburg, Dr. Christian Halbrock (BStU), Dr. Sebastian Pflugbeil und Dr. Anna Veronika Wendland (Herder-Institut). Sebastian Stude (BStU) hielt einen einleitenden Vortrag über die Überlieferung von Dokumenten im Stasi-Unterlagen-Archiv.

Die Angebote des Stasi-Unterlagen-Archivs zum Thema